PETER PEWAS

Biografie

*22. März 1904, Berlin – †13. September 1984, Hamburg

Pewas ist nach der Volksschule in den unterschiedlichsten Bereichen tätig, u. a. engagiert er sich bei den Roten Naturfreunden und der Roten Hilfe als Grafiker, entwickelt Fotomontagen für einen Arbeiterverlag, nimmt an einer Künstlerreise in die Sowjetunion teil und ist an einer Arbeiterbühne beschäftigt. Seine Arbeit als Werbegrafiker bringt ihn mit dem Kino in Kontakt. Nachdem er 1932 mit Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm über das abseitige Leben rund um den Alexanderplatz beginnt, wird er 1934/35 von der Gestapo wegen Verdachts auf Hochverrat mehrfach kurzzeitig inhaftiert und sein Filmmaterial beschlagnahmt. 1938 beginnt er ein Regie-Studium an der Filmakademie. Deren Leiter Wolfgang Liebeneiner stellt ihn als Regie-Assistenten an. Sein erster eigener Spielfilm ist „Der verzauberte Tag“. Da der Film verboten wird und Pewas sich nicht bewähren kann, wird er zum Volkssturm eingezogen. Nach dem Krieg ist er für wenige Monate Unterbürgermeister in Berlin-Wilmersdorf und dreht für die DEFA „Straßenbekanntschaft“. In München gründet er seine eigene Produktionsfirma, mit der er vornehmlich Kurzfilme realisiert. 1956 folgt sein dritter und letzter Spielfilm „Viele kamen vorbei“, dem sich noch einige Werbespots und Fernsehbeiträge anschließen.


 

"Der verzauberte Tag" - D 1944, 77 (Orig. 99) Min., Farbe: SW

Regie: Peter Pewas - Drehbuch: Renate Uhl, Peter Pewas, nach der Erzählung Die Augen von Franz Nabl - Produzent: Viktor von Struve - Produktionsfirma: Terra-Filmkunst GmbH, Berlin - Verleih: Transit Film GmbH - Kamera: Georg Krause - Musik: Wolfgang Zeller - Darsteller: Winnie Markus, Hans Stüwe, Ernst Waldow, Eva Maria Meineke, Hans Brausewetter

Inhalt: Christine ist Blumenverkäuferin in einem Bahnhofskiosk. Zusammen mit ihrer Kollegin Anni, die sich ihren Liebhaber einfach imaginiert, wartet sie auf die große Liebe. Anstatt ihren Verlobten den Buchhalter Krummholz zu heiraten, baut sie ihre Hoffnung auf den Maler Albrecht, der sich aber erst ernsthaft auf sie einlässt, nachdem sie von Krummholz angeschossen wurde.   

Info: Der düster-poetische Liebesfilm wurde nach mehrfacher Vorlage bei der Zensur im Jahr 1944 bis Kriegsende nicht freigegeben und erst 1951 in Deutschland aufgeführt. Grund waren für den Reichsfilmintendanten Dr. Hippler die „emanzipatorisch angelegten Frauenrollen im Kontrast zum dubiosen Partnerschaftsverhalten der Männer“ und offiziell die „Verächtlichmachung des deutschen Kleinbürgertums“ sowie einige erotische Szenen.     


 

"Straßenbekanntschaft" - SBZ (DDR) 1948, 96 Min., Farbe: SW

Regie: Peter Pewas - Drehbuch: Artur Pohl - Produzent: Robert Leistenschneider - Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme - Verleih: Deutsche Kinemathek - Kamera: Georg Bruckbauer - Musik: Michael Jary - Darsteller: Gisela Trowe, Alice Treff, Ursula Voß, Siegmar Schneider, Harry Hindemith

Inhalt: In der Nachkriegszeit zieht die zwanzigjährige Erika zum Zeitungsreporter Walter in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Er kann ihr das nicht bieten und so wirft sie sich auf der Suche nach etwas Luxus in das Nachtleben und macht diverse Männerbekanntschaften. Nach einer Gesundheitskontrolle wird eine Geschlechtskrankheit bei ihr diagnostiziert, daher gibt sie die Beinahe-Prostitution auf und Walter verzeiht ihr.

Info: Das aufklärerische Moralstück will über die Gefahren von Werteverfall und Geschlechtskrankheiten informieren. Viele Texte des volkspädagogischen Films mussten unter Auflagen mit der Volksärztekammer abgestimmt werden. Der Film gilt außerdem als einer der einflussreichsten Trümmerfilme, da er die Existenzen im zerstörten Berlin und dessen Halbweltmilieus realistisch zeichnet.  


Biografie und Filminformationen als Download
Filmblatt Peter Pewas.pdf



 

Text

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