MILO HARBICH

Biografie

*12. August 1900, Porto Alegre – †13. September 1988, Nova Petrópolis

Emilio Harbich, in Brasilien zur Welt gekommen und in Dresden aufgewachsen, ist am Anfang seiner Karriere zunächst als Maler, Angestellter einer Kunsthandlung und Galerie sowie als Bühnenmaler tätig, bis er nach einer Schauspielausbildung bei Erich Ponto an den Stadttheatern von Hirschberg und Hanau engagiert wird. Nach dem Dreh kurzer Lehrfilme für das Dresdner Hygienemuseum erhält Harbich 1930 ein Volontariat bei Joe May, wird von Erich Schmidt zum Cutter ausgebildet und später als Schnittmeister der Ufa angestellt, wo er bei den Regisseuren Hans Steinhoff, Gerhard Lamprecht und Detlef Sierck auch als Regie-Assistent arbeitet. Er zeichnet dabei u. a. für den Schnitt des Propagandafilms „Hitlerjunge Quex“ aus dem Jahr 1933 verantwortlich, was ihm die Aufmerksamkeit von Goebbels einbringt und später die Einberufung zum Kriegsdienst verhindert. 1936 erhält Milo Harbich die deutsche Staatsbürgerschaft und lehrt 1938 an der Filmakademie Berlin. Mit „Kriminalkommissar Eyck“ dreht er 1939 seinen ersten eigenen Langfilm, der aber von der Kritik für seine behäbige Dramaturgie bemängelt wird. 1943 wird er mit dem Schnitt des Ufa-Prestigefilms „Münchhausen“ beauftragt. Nach dem Krieg schneidet er die Synchronfassungen von Sowjet-Filmen, wird künstlerischer Leiter der DEFA-Kulturfilmproduktion Brandenburg und dreht Wochenschau-Beiträge sowie Kurzfilme. Im Jahr 1947 kehrt er nach Brasilien zurück und dreht 1950 mit „Mulher Do Diablo“ seinen letzten, märchenhaft anmutenden aber erfolglosen Film. Anschließend ist er ausschließlich als Schauspieler, Theaterregisseur, Cutter und Bühnenbildner tätig.

 

 

"Wie konntest Du, Veronika!" - D 1940, 90 Min., Farbe: SW

Regie: Milo Harbich - Drehbuch: Thea von Harbou, nach einer Idee von Ralph Arthur Roberts - Produzent: Ulrich Mohrbutter - Produktionsfirma: Universum-Film AG, Berlin - Verleih: Transit Film GmbH - Kamera: Reimar Kuntze - Musik: Werner Eisbrenner - Darsteller: Gusti Huber, Wolf, Albach-Retty, Ralph Arthur Roberts, Grethe Weiser, Erich Ponto

Inhalt: Der leichtlebige Unternehmersohn Fred Junker verliebt sich in die Tochter des Bankdirektors Torwald. Doch trotz der Tatsache, dass Veronika ein Kind von ihm erwartet, verweigert sie die Heirat. Erst als er Arbeit bei einer Bank annimmt und nach der Geburt des Kindes seine aufrichtige Liebe beweist, akzeptiert sie seinen Antrag.

Info: "Wie konntest Du, Veronika!" ist eine romantische Komödie, wie sie typisch für Ufa-Produktionen der Kriegsjahre ist. Diese Unterhaltungsfilme sollten mit ihren lockeren, humorvollen Themen die Leute den Krieg vergessen lassen. Regisseur Milo Harbich hielt "Wie konntest Du, Veronika!" im Nachhinein für seinen besten Film.

 

 

"Freies Land" - SBZ (DDR) 1946, 75 Min., Farbe: SW

Regie: Milo Harbich - Drehbuch: Kurt Hahne, Milo Harbich - Produzent: Kurt Hahne - Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme - Verleih: Deutsche Kinemathek - Kamera: Otto Baecker - Musik: Werner Eisbrenner Darsteller: Ursula Voß, Fritz Wagner, Herbert Wilk, Hans Sternberg, Aribert Grimme

Inhalt: Nach Kriegsende erhalten Flüchtlinge in einem Dorf in der Westprignitz das Land der geflohenen Gutsherren. Unter ihnen ist auch die Umsiedlerin Frau Jeruscheit, deren Kind bei der Flucht gestorben ist. Ihr Mann gilt als vermisst. Durch die harte Arbeit und den Wiederaufbau wächst die Dorfgemeinschaft allmählich zusammen und am Ende kehrt auch ihr verloren geglaubter Mann zurück.

Info: "Freies Land" ist eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm, der sich mit der damaligen Situation der Landbevölkerung auseinandersetzt. Die Bodenreform wird als ein notwendiger und gerechter Schritt porträtiert. Von der Bildsprache her erinnert "Freies Land" an die epischen Sowjet-Filme der 20er Jahre. Die fehlende, geschlossene Handlung des Werks trug zum damaligen Misserfolg bei. 


 

Biografie und Filminformationen als Download
Filmblatt Milo Harbich.pdf



 


 

Text